Langwieriger Bewerbungsprozess und umfangreiche Case Studies mit Erwartung einer 60-Minuten PowerPoint Präsentation
Nachdem ich zwei Online-Bewerbungsgespräche hatte, sollte ich eine "kurze" Case Study bearbeiten und diese dann vor Ort präsentieren. Als ich dann zwei Case Studies zugeschickt bekommen habe und zu diesen eine umfangreiche, 60-minütige! Präsentation hätte vorbereiten sollen, habe ich den Bewerbungsprozess abgebrochen. Beide Case Studies waren sehr realitätsnah, weshalb ich den Eindruck hatte dass es der Firma auch so ein bisschen um die Sammlung von Ideen und Inspirationen für deren interne Prozesse ging (dies wird seitens smartvillage jedoch abgestritten). Da ich in einem Bewerbungsprozess nicht als kostenloser Berater für Implementierungs- und Veränderungsprozesse zur Verfügung stehe, habe ich letztlich abgesagt. Zu beiden Case Studies hätte man innerhalb von 5 Minuten einen groben Lösungsweg mündlich vorstellen/abfragen können, sodass auch so Herangehensweise und Fachkenntnisse ersichtlich gewesen wären (inhaltlich waren beide Case Studies eigentlich relativ leicht, Thema 1 müsste jeder beantworten können der auch nur ansatzweise schon mal in dem Bereich gearbeitet hat, bei Thema 2 sind viele Lösungsmöglichkeiten denkbar und ist etwas, dass insbesondere in "moderneren" Firmen aktuell schon umgesetzt wird). Warum man hierfür unbedingt eine 60 Minuten Präsentation ausarbeiten sollte, ist für mich nicht nachvollziehbar, möglicherweise möchte man damit auch die Motivation und das Engagement der Bewerber testen, aber wenn etwas zur Vorbereitung so zeitaufwendig ist und das Unternehmen durch die umfangreiche Präsentation einen Nutzen daraus ziehen kann (im Sinne von Bewerber nicht einstellen, aber präsentierten Lösungsweg trotzdem umsetzen) lehne ich grundsätzlich ab.
Allgemein sollte der gesamte Bewerbungsprozess transparenter kommuniziert werden (z.B. über die Homepage). Dadurch könnte für beide Seiten Zeitaufwand durch unnötige Gespräche vermieden werden, da Bewerber besser einschätzen könnten was auf sie zukommt (d.h. wie viele Gesprächsrunden, Case Studies, Präsentationen etc.) und Personen denen der gesamte Umfang zu aufwendig ist, sich gar nicht erst bewerben würden. Ich persönlich wusste bis zum Erhalt der Case-Studies nicht, dass eine 60-minütige Präsentation und daraus resultierend ein mehrstündiger Vorbereitungsaufwand für den Bewerber zum Auswahlverfahren gehört.
Der Bewerbungsprozess hat insgesamt eher lange gedauert, zwischen meiner Bewerbung und der 3. Auswahlrunde (die ich aufgrund der Case Study abgesagt habe) ist mehr als ein Monat vergangen. Zwischen dem 1. Gespräch und dem 2. Gespräch wurde ein Termin durch smartvillage abgesagt.