Wo soll ich nur anfangen? Ich möchte hier meine äußerst enttäuschenden Erfahrungen mit dem Bewerbungsprozess bei OMS schildern, aus denen sich zahlreiche Verbesserungsvorschläge ableiten lassen. Ich wurde Ende Dezember 2024 aktiv über LinkedIn angesprochen. Die beschriebene Stelle klang zunächst interessant, weswegen ich mich kurz vor Weihnachten auf ein erstes Telefongespräch eingelassen habe. Das erste Gespräch mit der Recruiterin verlief angenehm, weshalb ich einem Bewerbungsgespräch zustimmte. Diese Entscheidung bereue ich im Nachhinein zutiefst; heute wünsche ich, ich hätte die Nachricht auf LinkedIn einfach ignoriert. An alle Bewerber oder Interessierten: Überlegt euch gut, ob ihr hier arbeiten möchtet. Nach meinen Erfahrungen kann ich jedem eindringlich raten, Abstand von dieser Firma zu nehmen.
Im Januar folgte das Bewerbungsgespräch mit der Recruiterin und zwei Personen aus dem Fachbereich. Vorab sollte ich einen Online-Persönlichkeitstest absolvieren, für den ich mir extra Zeit nahm. Bis heute kenne ich die Ergebnisse nicht, obwohl eine Besprechung angekündigt war. Der erste Eindruck der Gesprächspartner war neutral. Zwar wirkten beide freundlich, aber nicht wirklich professionell. Insbesondere der technische Ansprechpartner stellte sich lustlos und knapp in anderthalb Sätzen vor. Das Gespräch verlief oberflächlich: Fragen zu meiner Person, meiner Motivation und Erfahrungen im Bereich Data Engineering wurden gestellt. Dennoch entstand im Gespräch eine positive Atmosphäre, da die Teamleiterin bereits erwähnte, wie gut ich ins Team passen würde. Diese Äußerungen interpretierte ich damals als äußerst positive Signale, doch im Rückblick waren sie wohl nur Ausdruck der allgemein unprofessionellen Gesprächsführung. Am Ende wurde mir angekündigt, dass als nächster Schritt ein Assessment folge, ob online oder vor Ort sei noch unklar.
Einige Wochen später erhielt ich die Einladung zum Online-Assessment zu Themen wie SQL und Python sowie anderen Data-Engineering-Aufgaben. Aufgrund meiner Nervosität konnte ich meine Leistung nicht vollständig abrufen. Hier hätte ich eine klare Entscheidung – oder zumindest eine zeitnahe Absage – erwartet. Stattdessen wurde ich noch am selben Tag eingeladen, das Team in einem Video-Call kennenzulernen. Dieses Treffen erwies sich jedoch als Katastrophe. Desinteresse an meiner Person wäre noch freundlich formuliert. Die meiste Zeit herrschte unangenehmes Schweigen. Nur ein Teammitglied zeigte kurz Interesse, während alle anderen desinteressiert umherschauten. Diese Situation empfand ich als extrem unangenehm und schlicht respektlos. Nach diesem Vorfall dachte ich ernsthaft darüber nach, den gesamten Prozess abzubrechen – im Nachhinein bereue ich, es nicht getan zu haben.
Trotzdem wurde mir vermittelt, dass man sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen könne und ich wurde zum „Probearbeiten“ eingeladen. Auf Nachfrage bestätigte mir die Teamleiterin ausdrücklich, dass danach nur noch Gehaltsverhandlungen folgen würden. Außerdem versprach sie klare Informationen zu den Aufgaben, die ich vor Ort bearbeiten sollte. Diese Zusagen wurden nicht eingehalten – mir wurden erst am Nachmittag des Vortages lediglich zwei vage Stichpunkte genannt. Vor Ort angekommen, stellte ich fest, dass entgegen der Ankündigung kein funktionierender Laptop bereitgestellt wurde. Zum Glück hatte ich meinen eigenen dabei, sonst hätte ich gar nicht arbeiten können. Auch war kein Zugang zu den Systemen vorbereitet, sodass ich gezwungen war, für einige Aufgaben den Laptop der vor Ort anwesenden Person zu nutzen. Als dieser Mitarbeiter dann mitsamt seinem Handy mehrfach verschwand, hatte ich regelmäßig mit Internetabbrüchen zu kämpfen. Unter solchen Bedingungen konzentriert zu arbeiten, empfand ich schlichtweg als lächerlich. Zudem entpuppte sich das sogenannte „Probearbeiten“ als weiteres Assessment unter Zeitdruck und Beobachtung. Der vor Ort anwesende Mitarbeiter erzählte mir dann noch nebenbei, dass bei OMS die Techniker überwacht und getrackt würden und wer ein Problem damit habe, solle sich lieber woanders umsehen. Diese Aussage wirkte auf mich äußerst befremdlich. Weiterhin kündigte dieselbe Person überraschend an, Referenzpersonen kontaktieren zu wollen, obwohl mir zuvor eindeutig vermittelt wurde, dass nach dem Probearbeiten nur noch Gehaltsverhandlungen anstehen würden. Einen Tag später erhielt ich prompt die Aufforderung, Referenzkontakte bereitzustellen. Ich musste daraufhin Personen aus meinem akademischen Umfeld kontaktieren, um deren Zustimmung einzuholen – darunter auch Personen, mit denen ich eher wenig regelmäßigen Kontakt habe. Diese wurden jedoch letztendlich nie kontaktiert, was ich rückblickend als äußerst respektlos und unprofessionell empfinde.
Es folgten Wochen völliger Funkstille. Nach Nachfragen meinerseits wurde mir lediglich versichert, dass bald Referenzen kontaktiert würden, was erneut nicht geschah. Schließlich erhielt ich einen Anruf der Recruiterin mit einer unglaublichen Begründung: Der neue Chef traue sich nicht zu, mehrere Personen gleichzeitig einzustellen. Ich frage mich ernsthaft, ob dies nicht vorher hätte geklärt werden müssen, bevor ich drei Monate lang durch diesen chaotischen und respektlosen Prozess geschleift werde? Trotz allem wurde ich noch zu einem weiteren Gespräch eingeladen, da man angeblich weiterhin von meinen Fähigkeiten überzeugt war. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich der Prozess bereits wie eine Parodie an und ich erwartete jeden Moment, dass sich das Ganze als schlechter Scherz entpuppen würde.
Das angekündigte Gespräch fand schließlich mit nur einer Person statt (statt der angekündigten drei), dem IT-Manager von OMS. Er schilderte offen, dass OMS derzeit schlecht aufgestellt sei und dringend kompetente Unterstützung benötige. Er zeigte großes Interesse an meiner Person und bestätigte ausdrücklich, dass meine Fähigkeiten im Team dringend gebraucht würden und aktuell niemand im Team ähnliche Skills hätte. Auch betonte er, dass man hier viel bewegen könne, wenn man tatkräftig anpacke. Er fragte ausführlich nach meinem Gehaltswunsch und bewertete diesen als fair, müsse jedoch noch Rücksprache mit seinem Chef halten. Auch fragte er nach meiner Kündigungsfrist. Aufgrund dieser Aussagen ging ich fest davon aus, dass eine Einstellung unmittelbar bevorstand. Eine Woche später kam jedoch völlig unerwartet eine Absage per Telefon.
Zusammenfassend habe ich 3,5 Monate in der OMS-Bewerberhölle verbracht. Ich musste mehrfach Urlaub nehmen, Assessments durchführen und wurde immer wieder mit widersprüchlichen Aussagen hingehalten. Ein solches Maß an Respektlosigkeit und Unprofessionalität habe ich noch nie erlebt. Ich fühlte mich regelrecht vorgeführt und empfinde den gesamten Prozess als Farce. OMS sollte dringend darüber nachdenken, wie sie mit Bewerbern umgehen. Denn eins ist sicher: So gewinnt man weder gute Fachkräfte noch verbessert man seinen Ruf. Ich kann nur hoffen, dass andere Bewerber von meiner Erfahrung profitieren und sich diesen langwierigen und respektlosen Prozess ersparen.
Mein Rat an OMS lautet, sich die Goldene Regel zu Herzen zu nehmen: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“ Bei OMS scheint diese Regel allerdings leider völlig unbekannt zu sein.